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Hundstage

03.10.2018 19:10 von Dr. Kolodzey

Hundstage

...weil der Magen drückt!

Grasfressen, Schmatzen oder morgendliche Übelkeit: Wenn der Magen drückt, kann sich dies ganz unterschiedlich äußern. Bei vielen Hunden werden die Symptome erst verspätet wahrgenommen, obwohl sie unter einer Reizung der Magenschleimhaut leiden. Was sind die Ursachen einer solchen Reizung und was kann ich machen, damit mein Hund sich wieder wohler fühlt? 

Wie erkenne ich, dass der Magen gereizt ist?

Ist die Magenschleimhaut gereizt oder entzündet, ist das für den Hund unangenehm und oft auch sehr schmerzhaft. Trotzdem wird in vielen Fällen das Magendrücken vom Besitzer nicht sofort erkannt, denn die Hunde reagieren ganz unterschiedlich auf das Unwohlsein. Gut bekannt ist das Grasfressen, zum Teil so ausgeprägt, dass Erbrechen ausgelöst wird. Andere Hunde fangen an, alle möglichen Dinge abzuschlecken, Erde aufzunehmen oder zu schmatzen. Auch Leerschlucken und Aufstoßen kann beobachtet werden. Ist sehr viel Magensäure vorhanden, kommt es zum sogenannten „Morgendlichen Erbrechen“. Dabei wird, meist morgens, gelblicher Schleim erbrochen. Haben die Tiere Schmerzen, werden sie oft auch einfach nur ruhiger und ihre Lebensfreude ist verringert. 

Was ist die Ursache?

Der Magen ist ein sehr wichtiges Organ der Verdauung. Er sammelt das aufgenommene Futter und vermischt es mit der Magensäure. Diese spaltet das im Futter enthaltene Eiweiß in seine sehr kleinen Bestandteile auf, damit diese später über die Darmschleimhäute in den Körper aufgenommen werden können. Die empfindliche Magenschleimhaut ist von einer dicken Schleimschicht bedeckt, die sie vor der sehr aggressiven Magensäure schützt. Der Magen muss also Magensäure bilden und gleichzeitig sich selbst mit der Schleimschicht vor der Magensäure schützen. Wird dieses essentielle Gleichgewicht gestört, kann Magensäure die Schleimhaut angreifen und zu Entzündungen führen. Gründe für ein Ungleichgewicht können z.B. Infektionen, Stoffwechselkrankheiten, Stress, eine Unverträglichkeit auf Nahrungsmittel oder auch eine Veranlagung zu solchen Entzündungen sein. 

Wie kann ich meinem Hund helfen?

Sehr wichtig ist zuerst herauszufinden, was die Ursache sein könnte. So sollten beim Auftreten oben genannter Symptome, immer von einem Tierarzt Infektionen und andere Krankheiten abgeklärt werden. Besteht eine richtige Magenentzündung, die sogenannte Gastritis, muss diese auch tierärztlich behandelt werden.

Zur Vorsorge oder auch zur Unterstützung der Behandlung, können folgende Dinge die Verdauung vereinfachen, den Magen entlasten und die Gesundheit verbessern:

-      Das Futter auf 3-4 Portionen pro Tag aufteilen. Möglichst immer die gleichen Fütterungszeiten einhalten und nichts zwischendurch füttern. 

-      Futtermittel mit kaliumreichen Zutaten wie z.B. Kartoffel oder Maronen puffern überflüssige Säuren ab.

-      Schleimstoffe von Flohsamenschalen oder Leinsamen unterstützen das Wohlbefinden.

-      Bei magenempfindlichen Hunden sollte auf Fütterung von ganzen Tierknochen verzichtet werden.

-      Kauartikel wie Ohren, Sehnen und Ziemer sind durch das enthaltene Bindegewebe schwer verdaulich und sollten daher reduziert werden.

-      Trockenfutter kann für einen schon gereizten Magen belastend sein, daher hilft es das Trockenfutter vor der Fütterung einzuweichen oder Feuchtfutter zu geben.

-      Das Futter sollte immer zimmerwarm oder noch besser lauwarm gegeben werden. 

Vorbeugen ist wichtig!

Neben den Fütterungsempfehlungen ist es oft auch hilfreich herauszufinden, in welchen Situationen der Hund sehr viel Stress hat. Das können Besuche beim Tierarzt sein, aber auch das zufällige Treffen des „Erzfeindes“ oder längere Zeit Alleine sein. Gerade dann ist es hilfreich, vorbeugend den Magen zu beruhigen, damit es erst gar nicht zu einer Reizung oder gar Entzündung der Magenschleimhaut kommt.   

Sonderfall Senior Hund         

Bei älteren Hunden kann eine Magenproblematik auch durch eine zu geringe Produktion von Magensäure entstehen. Die Symptome sind sehr ähnlich, wodurch es leicht zur Verwechslung kommt. Allerdings sind auch die Fütterungsempfehlungen in vielen Punkten identisch zu denen, die für den Hund mit gereizten Magen gelten. Einziger Unterschied: Statt kaliumreicher Zutaten kann die Magensäureproduktion mit Bitterstoffen (z.B. durch bittere Gemüsesorten wie Rucola oder Broccoli) angeregt werden. 

 

Zur Unterstützung der Magengesundheit: "Magenmild - der Maronen Porridge für Hunde"

 

Zum Artikel: Deutscher Tierschutzverlag, Tierschutzinfo, Herbst 2018, Seite 22+23

https://www.deutscher-tierschutzverlag.de/files/dtsv-content/produkte/magazine/Internet_DN-2018-3_sicher.pdf

 



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